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Rezension: Die Seiten der Welt

Die Seiten der Welt: Roman - Kai Meyer

 


„Während sie die Stufen zur Bibliothek hinablief, konnte Furia die Geschichten schon riechen: den besten Geruch der Welt.“

Furia Salamandra Faerfax lebt in einer Welt der Bücher.
Der Landsitz ihrer Familie birgt eine unendliche Bibliothek. In ihren Tiefen ist Furia auf der Suche nach einem ganz besonderen Buch: ihrem Seelenbuch.
Mit ihm will sie die Magie und die Macht der Worte entfesseln.

Doch dann wird ihr Bruder entführt, und Furia muss um sein Leben kämpfen. Ihr Weg führt sie nach Libropolis, die Stadt der verschwundenen Buchläden, und an die Grenzen der Nachtrefugien.

Sie trifft auf Cat, die Diebin im Exil, und Finnian, den Rebellen. Gemeinsam ziehen sie in den Krieg – gegen die Herrscher der Bibliomantik und die Entschreibung aller Bücher.


Wie findet man die passenden Worte zu einem Buch, das einen völlig beeindruck hat, sprachlos zurücklässt und das aufgrund seiner Vielfältigkeit  in keine Schublade passt?

Schon die ersten Seiten, in denen der Leser gemeinsam mit Furia die unglaubliche, unendlich weite Bibliothek der Faerfax' betritt; verzauberten mich völlig. Ich tauchte ein in die phantastischste Bibliothek, die je beschrieben wurde:

Origami-Vögel, die sich als nützliche Parasiten einnisten, und Bücher von Staub befreien. Yspilonzett, ein Buchstaben-Geschöpf, das aus umherwirbelnden Buchstaben besteht und mit Furia kommuniziert.Schimmelrochen, bösartige Kreaturen, die aus Schimmelsporen bestehen und Bücher vernichten. Endlose Gänge weitab vom erlaubten Pfad, die unbekannte Gefahren und noch mehr Bücher beherbergen: das ist nicht nur Fantasy - das ist ein Traum jedes Bibliophilen!

Es ist einfach unbeschreiblich, wie allein diese ersten 20 Seiten den Büchernarren verzückt lächeln, nach Luft schnappen und sich vor Entsetzen schütteln lässt - und wie die Liebe zu Büchern sich als rote Faden durch das gesamte Buch zieht: Großartig!

Kai Meyer hat mit "Die Seiten der Welt" ein modernes Märchen geschaffen, das die Phantasien aller Bücherfreunde bündelt, einen Wirbelsturm an Emotionen auslöst und Atemlosigkeit hervorruft. Gäbe es Seelenbücher wirklich, wäre dieser Roman das stärkste, magiegeladenste, was in ganz Libropolis zu finden wäre!

 


Nicht nur, das es dem Autor gelungen ist, tief in die Herzen der Leser zu schauen und mit der "Bibliomantik" etwas erschuf, das wohl jeder Leser teilweise beherrscht und die allein durch die Liebe zum geschriebenen Wort Geschichten (im Kopf) wahr werden lassen -  nein, er bietet auch einen Einblick in die Seele eines Autors, der von Euphorie und Zweifeln zerrissen ist, aber doch nur das eine Ziel hat: das Großartige, Einzigartige zu schaffen, nämlich mit Worten zu verzaubern und Neues zu erschaffen, das durch die Leser ewig lebt!

Mit den Charakteren ist es wie mit der Literatur selbst, facettenreich vorhanden und doch so eng miteinander verbunden:  die Skeptische (Cat), den Rebell (Finnian), die Wütende (Die Umgarnte), die tragisch Liebende (Mater Antiqua), die über sich Herauswachsende (Furia) und die Geheimnisvolle (Isis)... - großartig gezeichnet, eindrucksvoll ausgearbeitet.

Sprachlich modern, dennoch auf hohem Niveau, bildreich und einfach magisch - man fragt sich unwillkürlich, ob Kai Meyer dieses Buch wirklich nur mit Papier und Tinte entstehen lassen hat...

Mit einem Hauch von ironischem Humor und kleinen, zarten Spitzfindigkeiten der Buchwelt gegenüber ( Sammler, Bücherfledderer, Verleger - sie alle bekommen ihren Auftritt, mal mehr, mal weniger ruhmreich) und einer Geschichte um ein Buch, das die Welt verändert, ja sogar vernichten kann - und das so viel Leid und Opfer fordert; ergänzt Kai Meyer "Die Seiten der Welt" zu einem phantastischen Roman, den man gelesen haben muss!

Danke, Kai Meyer!
Für dieses wundervolle, unbeschreibliche, magische Buch. Das mich staunend wie ein kleines Kind, mit offenem Mund und leuchtenden Augen eine Welt betreten ließ, die phantastischer ist, als ich es mir als Büchernarr je hätte vorstellen können!

 



Es gibt Bücher, die sollten auf dem Cover Warnsprüche haben. "Die Seiten der Welt" gehört dazu:

Achtung: 

Der Leser könnte in einem Wirbel aus Magie, Spannung und Humor gefangen werden, aus dem er nicht mehr entfliehen möchte. Das Beenden des Buches kann zu großer Trauer und leichten Verlustempfindungen führen!

5/5 Federn



© Synic

Rezension: Neid

Neid: Thriller (Opcop-Gruppe, Band 3) - Arne Dahl

Titel:  Neid (Blindbock)

AutorIn:  Arne Dahl

Verlag:  Piper

Format: Broschiert

Seiten: 512

Erschienen: 17. 02. 2014

Genre: Krimi / Thriller

 

 

 

 

 

 

Arne Dahl

© Sara Arnald

Hinter dem Pseudonym Arne Dahl versteckt sich der schwedische Romanauor Jan Arnald, Jahrgang 1963.

Während sein Roman "Maria und Arthur", den er unter seinen richtigen Namen veröffentlichte, international weniger Aufmerksamkeit erregte, feierte er mit seinen Thrillern, die er unter dem Pseudonym veröffentlichte, großartige Erfolge.

 

Vor allem in den letzten Jahren gelang ihm mit den Kriminalromanen um den Ermittler Paul Hjelm und den Sonderermittler der A-Gruppe eine Reihe von Bestsellern.

 

 

 

Den ersten Fall löst Paul Hjelm in "Misterioso", danach folgten  "Böses Blut", "Falsche Opfer", "Tiefer Schmerz", "Rosenrot", "Ungeschoren" und "Totenmesse". In "Dunkelziffer" ermitteln  Kerstin Holm und Paul Hjelm bereits zum achten Mal zusammen. Die Verfilmung der Kriminalserie um die Sonderermittler der A-Gruppe ist in Vorbereitung.

 

 

Im Jahre 2012 startete er mit "Gier" ein neues Thriller-Quartett, dessen Folgebände "Zorn" und "Neid" ebenfalls Bestseller wurden und in denen Paul Hjelm und Kerstin Holm ebenfalls wieder ermitteln - jedoch mit Unterstützung  von Ermittler/innen aus ganz Europa...

 

 

Die Hitze des Sommers lähmt ganz Europa. Und während das Opcop-Team die Hintermänner eines internationalen Menschenhandelsrings observiert, begegnet Paul Hjelm bei einem Galadiner der attraktiven Französin Marianne Barrière. Sie bittet ihn um Hilfe in einem blutigen Kriminalfall von europäischer Tragweite: Einem Professor wird auf offener Straße die Kehle durchgeschnitten, und ein blinder Bettler flieht mit den sensiblen Daten, die sich auf dem Smartphone des Professors befinden. Paul Hjelm sieht keine andere Möglichkeit, als all seine Prinzipien über Bord zu werfen. Und deshalb kann ihm nur sein alter Freund Gunnar Nyberg, der sich längst auf eine griechische Insel zurückgezogen hat, bei seinem Plan behilflich sein ..

 

 

 

Mit "Neid" ist Arne Dahl der ganz große Wurf gelungen: Ein politik-kritischer Thriller, der nicht nur umfassend recherchiert, sondern auch ungewöhnlich viel Tiefgang bietet. Es ist kein typischer "Wer war es" - Roman, das waren Arne Dahl's Romane eh noch nie, dennoch ist dem gesamten Kriminalroman anzumerken, das Arne Dahl sich bemüht, aufzuzeigen, wie sehr die Politik (in dem Falle die Umweltpolitik) von Geld, Korruption und den großen Konzernen abhängig und unterwandert ist, nur  um den Erfolg eines hocheffizientes Elektro-Auto auf dem weltweiten Fahrzeugmarkt zu verhindern.Großartig zu lesen!

 

Ein weiteres großes Thema von "Neid" ist nicht weniger brisant: Organisationen, die mafiagleich agieren und Menschen zum Betteln in sämtliche Großstädte Europas schicken. Grade jetzt, wo das Gesetz auch bei ins in Deutschland beschlossen ist, das ab sofort härter gegen Bettlerbanden in Großstädten vorgegangen werden soll und extrem hohe Bußgelder angesetzt werden, bietet "Neid" einen guten Blick hinter die "Kulissen" solcher Organistionen.

 

Paul Hjelm und die Opcop-Group ermitteln in "Neid" zusammen bereits das dritte Mal, und man darf getrost behaupten, das "Neid" der bisher "dunkelste" Fall für Paul Hjelm ist. Gewissensbisse, Antrieb den Fall zu lösen - koste es, was es wolle - Paul Hjelm geht an seine Grenzen, und der Leser geht mit ihm mit!

 

Arne Dahl hat einen einzigartigen Schreibstil, der zwar für den ein oder anderen Leser etwas schwer und zu detailreich wirken kann, doch nach einigen Seiten einlesen ist man dann völlig gepackt - man will gar nicht mehr aufhören zu lesen!

 

Die Ermittler sind wie gewohnt in allen Facetten der Gefühlsvielfalt zu erleben: von verzweifelt über ruppig bis hin zu verschlossen, müde und abgekämpft. Kein anderer Krimi-Autor versteht es, seine Charaktere so lebensecht und authentisch darzustellen, wie Arne Dahl.

 

Ebenfalls beeindruckend ist Arne Dahl's Talent, die vielen Personen und Handlungsstränge zu einem großen Ganzen zusammenzufügen, das nicht nur brisante und die heutige Gesellschaft reflektierende Hintergründe und Themen aufgreift, sondern auch noch Lesevergnügen der besonderen, intelligenten Art bietet.

 

 

"Neid" ist definitiv kein Buch, das man mal "eben so, schnell zwischendurch" lesen kann. Auch für Bus, Bahn und Co. ist es völlig ungeeignet - man könnte nämlich das Aussteigen verpassen: Fesselnd, ergreifend und zum Nachdenken anregend: Absolute Leseempfehlung, denn so und nicht anders muss ein guter Thriller sein!

 

5/5 Federn

  © Synic

Rezension: Wild Cards - Das Spiel der Spiele (Insight Straight)

Wild Cards: Das Spiel der Spiele - George R.R. Martin

 

Vorbemerkung:

 

"Wild Cards - Das Spiel der Spiele" sorgte vorab ganz schön für Verwirrung, denn geschrieben wurde es bereits 1987 - und George R.R. Martin ist die treibende Kraft, der Ideengeber dieser Geschichte sowie der Schöpfer von "Crusade", doch andere Autor/innen waren ebenfalls beteiligt: Daniel Abraham (Die magischen Städte, Blanvalet), Carrie Vaughn (Midnight Hour, Heyne), Caroline Spector (Shadow Run: Die Endlosen Welten, Heyne), John Jos. Miller, Ian Tregillis (Saat des Unheils, Deltus.de) und Stephen Leigh (Neweden, Bantam).

 

Weitere Mitwirkende:

 

Melinda M. Snodgrass (The Edge Series, Titan Books), Victor Milán (Battletech), S. L. Farrell, Walton Simons, Lewis Shiner (Schattenklänge, Goldmann), Walter Jon Williams ( Der Fall des Impreriums, Heyne), Roger Zelazny ( Herr des Lichts, Heyne), Leanne C. Harper, Edward Bryant ( Eine Stadt namens Cinnabar, Moewig), Chris Claremont (diverse X-Men Romane, Panini), Michael Cassut (Himmelsschatten- zusammen mit David S. Goyer, Heyne), Kevin Andrew Murphy, Pat Cadigan (Planet aus Stahl, Heyne), Gail Gerstner-Miller, William F. Wu (Isaac Asimov's Robot City, diverse Bände, Luebbe), Laura J. Mixon (Avatar Dance, Tom Doherty Assoc Llc), Sage Walker, Arthur Byron Cover (The Autumn Angels, Babbage Pr), Steve Perrin, Royce Wideman, Howard Waldrop (The Woods are dark this night,Createspace), Bob Wayne, Parris McBride und Christopher Rowe.

 

Von "Wild Cards" sind bereits mehrere Bände erschienen, die man jedoch nicht vorher lesen muss, da "Wild Cards - Das Spiel der Spiele" der 18. Folge entsprechen würde, jedoch einer Gesamtfassung enspricht. 

Weitere Bände zu "Wild Cards" in Romanform sind in Vorbereitung.

 

 

 

George R.R. Martin, 1948 in Bayonne/New Jersey geboren, veröffentlichte seine ersten Kurzgeschichten im Jahr 1971 und gelangte damit in der Science-Fiction-Szene zu frühem Ruhm. Gleich mehrfach wurde ihm der renommierte Hugo Award verliehen. Sein mehrteiliges Epos "Das Lied von Eis und Feuer" wird einhellig als Meisterwerk gepriesen. George R.R. Martin lebt in Santa Fe, New Mexico.

 

 

In den 40er - Jahren, während des zweiten Weltkriegs, hat sich ein Virus ausgebreitet. Dieses lässt Menschen mutieren - doch nicht jeder ist gleichermassen davon betroffen. Neben völlig normalen Menschen gibt es Personen mit Deformierungen, sogenannte Joker und es gibt Menschen, die mit Superkräften "gesegnet" sind - die Asse.

 

Jonathan Hive, der sich in einen Wespenschwarm verwandeln kann, oder Lohengrin, der eine undurchdringliche Rüstung heraufbeschwört - beides sind Joker.

 

In einer Casting- Show (American Hero) soll der beste, klügste und stärkste der Superhelden zum American Hero gekürt werden.

 

Doch im Laufe der Show, während unmöglichen Tests und unter ständiger Beobachtung finden einige der Kandtitat/innen heraus, was wahrer Heldentum ist....

 

 

Selten hat mich ein Buch so widersprüchlich an die Lektüre herangehen lassen, wie "Wild Cards". Einerseits war ich begeistert von der Idee hinter "Wild Cards", anderseits skeptisch aufgrund der Tatsachen, das es bereits 1987 geschrieben und von mehreren Autor/innen verfasst wurde. Doch ich wurde eines Besseren belehrt!

 

"Wild Cards - Das Spiel der Spiele" lässt sich flüssig lesen, die einzelnen Kapitel greifen gut ineinander und die verschiedenen Schreibstile sind wunderbar aneinander angepasst.

 

Der Einstieg fällt etwas schwer aufgrund der vielen Charaktere und Handlungen, doch nach ein wenig "Einlesen" fesselt das Buch so sehr, das man die Zeit und alles um sich herum vergessen kann. Leider ist es völlig unmögöich auf alle Charaktere einzugehen, doch die wichtigsten wie Jonathan Hive (der mit seinem Zynismus am Anfang sehr unsymphatisch ist), Drummer Boy (zu machohaft, eindeutig) , Earth Witch ( sehr symphatisch), Fortune ( der tragischerweise die Schlüsselrolle spielt) und Lohegrin (der smarte Held, der gleichzeitig ein Edelmann ist) sollen hier kurz ihre Erwähnung finden - denn alle sind vielschichtig, facettenreich und authentisch dargestellt.

 

Erwähnenswert ist auch der Umstand, das die Casting Show "American Hero" sehr ironisch, augenzwinkernd mit einem Hang zur Übertreibung einen ironischen Querverweis auf das heutzutage gängige Fernsehprogramm gibt - was mir persönlich gut gefällt. Auch die philosophischen Strukturen der Dialoge, wenn die Charaktere über Heldenmut sinnieren, finde ich sehr gelungen.

 

Mit einer Mischung aus Fantasy, Dystopie, Mystery und Gesellschaftskritik ist es George R.R. Martin zusammen mit sämtlichen anderen Beteiligten gelungen, einen Roman zu veröffentlichen, der den Leser nicht nur fesseln und unterhalten kann, sondern auch zum Nachdenken anregt!

 

 

 

"Wild Cards - Das Spiel der Spiele" ist ein gelungener Auftakt, der Lust auf die Folgebände macht und ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit mehrerer Autor/innen ist.  Mehr davon, bitte! Leseempfehlung!

 

5/5 Federn

 

 

© Synic

Rezension: Das Lied vom schwarzen Tod

Das Lied vom Schwarzen Tod: Historischer Roman - Gerit Bertram

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Über den Autor / die Autorin:

 

 

© www.gerit-bertram.de

Gerit Bertram ist das Pseudonym eines Autorenpaares, das sich 2007 durch ein Internet-Schreibforum kennenlernte. Schnell entdeckten sie ihre gemeinsame Liebe zur Geschichte und schreiben seitdem erfolgreich zusammen. 

 

Iris Klockmann ist gelernte Arzthelferin und lebt mit ihrer Familie in ihrer Geburtsstadt Lübeck. 

 

Peter Hoeft war fast dreißig Jahre lang in der stationären Altenpflege tätig und wohnt in der Nähe von Hannover. 

 

 

 

 

Nürnberg, 1522. 

 

Nachdem ihre Eltern der Pest zum Opfer fielen, wird Anna in einem Kloster eingesperrt. Unterdessen schließt sich ihr Bruder Sebastian einer Bruderschaft an, deren Anführer Pankratius Erlösung verspricht. 

 

Als Anna die Flucht endlich gelingt, macht sie sich auf die Suche nach ihm – doch Nürnberg ist in diesen Tagen wie im Fieber. Weltuntergangsprediger verkünden das nahe Ende, und Pankratius' Anhänger machen Jagd auf alle, die mit Luthers Lehren sympathisieren. 

 

Auch auf den Buchmaler, bei dem Anna Zuflucht gefunden hat … 

 

 

 

Auch wenn der Titel etwas irreführend ist, da in dem dritten historischen Roman des symphatischen Autoren-Duos nicht wie aufgrund dessen gedacht, die Pest ist - sondern sich hinter diesem eher eine Liebesgeschichte versteckt; so bietet "Das Lied vom schwarzen Tod" dennoch eine solide, unterhaltsame Story, die mit historischen Fakten gespickt ist.

 

Das Cover ist wundervoll, und auch der Stich des alten Nürnbergs im Inneren des Buches, sowie ein "Dramatis Personae" und ein ausführliches Glossar runden das "Innere" perfekt ab und lassen keine Wünsche übrig.

 

Der Schreibstil des Autoren-Duos ist relativ einfach und klar gehalten, dadurch lässt sich das Buch sehr leicht und flüssig lesen. Die Charaktere sind authentisch und symphatisch, man muss sie einfach lieben - oder hassen.

 

"Das Lied vom schwarzen Tod" lässt sich mit wenigen Stichpunkten beschreiben, was hier überhaupt nicht negativ gemeint ist:

 

- logische, gut durchdachte Story

- umfassend recherchierte historische Fakten

- ohne Logikfehler / keine Grammatik-bzw. Sprachfehler

 

 

Einziger Kritikpunkt ist, wie bereits erwähnt, das Abweichen vom Thema, das durch den Titel vermutet wird.

 

 

Fesselnd, trotz der Abweichung vom Thema. Einmal angefangen, MUSS man es einfach zu Ende lesen! Leseempfehlung!

 

4/5 Federn

 

 

© Lunacy

Rezension: Hintergangen

Hintergangen: Thriller - Rachel Abbott

Inhalt:

 

Nach Jahren als Ehefrau des Millionärs Hugo Fletcher ist Laura nur noch ein Schatten ihrer selbst. Dabei führte sie an seiner Seite ein Leben im Luxus. Als der Society-König ermordet aufgefunden wird, brutal ermordet während des Liebesspiels, ist schnell klar: Laura war nicht die einzige Frau in seinem Leben. 

Inspektor Tom Douglas stößt aus ein Geflecht aus Täuschung, Intrigen und Verrat, das unmöglich zu entwirren scheint. 

Wenn es ihm nicht gelingt, hinter die Fassade von Laura und Hugo Fletchers perfekter Ehe zu schauen ...

 

Meinung:

 

Mit "Hintergangen" veröffentlicht Rachel Abbott ihr Debüt als Thriller-Autorin. Ein Roman, der laut Verlag dem Genre Thriller zugeordnet ist - für mich jedoch eher in die Kategorie Gegenwartsliteratur oder Gesellschaftskritik gehört.

 

Die Autorin schildert eindrucksvoll und gekonnt den Blick hinter die Maske und Fassade des High Society Lebemanns Hugo Fletchers, der nicht das ist, was er vorzugeben scheint.Zwischen Intrigen, einigen Verbrechen, verschwundenen Prostituierten und einer Ehefrau, die einige psychatrischen Behandlungen hinter sich hat, versteckt sich ein vielschichtiger, intelligenter und komplexer Roman, der für interessante Lesestunden sorgt.

 

Rachel Abbott's Schreibstil vermag den Leser zu fesseln, selbst wenn er weder besonders einzigartig noch außergewöhnlich ist. Doch vielleicht eben durch diese Einfachheit und Geradlinigkeit wirkt diese Geschichte noch nach dem Lesen nach - schockiert, entsetzt und, zugegeben, auch etwas verwirrt...

"Hintergangen" regt zum Nachdenken an: Wie viel ist Fiktion?!

 

Trotz der bisher neutralen Bewertung, muss ich bedauernd hinzufügen, das "Hintergangen" eben kein Thriller im eigentlichen Sinne ist - hätte ich das vorher gewusst, hätte ich wohl eher nicht zu diesem Buch gegriffen. Das ist weder negativ, noch abwertend gemeint, aber mitreissen konnte mich dieser Roman leider nicht, deshalb:

 

Fazit:

 

Interessante Lektüre für alle, die Gesellschaftskritik und eine Geschichte voller Heuchelei und Intrigen mögen. Für Fans des düsteren, spannenden Thrillers definitiv, trotz der Kennzeichnung als solchen nicht unbedingt eine Pflicht.

 

3/5 Federn

 

© Synic

Rezension: Cryonic - Der Dämon erwacht (Band 01)

Der Dämon erwacht - Vitali Sertakov

Inhalt:

 

Es ist das Jahr 2126, als Artur Kowal aus seinem hundertjährigen Kälteschlaf erwacht. Er ist der letzte Mensch einer alten Ordnung in einer entarteten Welt. Doch die Überlebenden fürchten ihn:

 

Denn er ist der »Dämon« ...

 

Als Artur Kowal sich 2006 in einen kryonischen Schlaf versetzen lässt, ist er nicht mehr als ein Mitarbeiter eines Forschungsinstituts. Als er 120 Jahre später erwacht, ist er ein Dämon. Doch es ist nicht Artur, der sich verändert hat: Es ist die Welt um ihn herum, die einem Horrorroman entsprungen zu sein scheint – verseucht, mutiert, magisch. Die Menschen haben unterschiedliche Strategien entwickelt, um sich an die veränderte Natur anzupassen, aber die Zivilisation, wie Artur sie kannte, ist zerstört. Eine Neuordnung der Gesellschaft wird durch den in Moskau herrschenden Karin torpediert. Von einer radikalen Gruppe, die über magische Fähigkeiten verfügt, erhält der erwachte Dämon die Macht, dieser neuen Welt den Krieg zu erklären und gegen Moskau zu ziehen. Eine Legende beginnt ...

 

Meinung:

 

Erwartet hatte ich laut Klappentext einen Endzeit/Science-Fiction - Roman, doch "Cryonic - Der Dämon erwacht" ist vielmehr ein brutaler, schockierender Fantasy-Roman, der blutig genug ist, um selbst dem Genre Horror gerecht zu werden.

 

Vitali Sertakov hat einen Pakt mit Dämonen geschlossen - so scheint es: denn so bildgewaltig, detailliert kann  kein Mensch von einer dystopischen, unheimlichen Welt schreiben!

 

Zugegeben, manche Szenen sind nichts für sanfte Gemüter und zart Besaitete, auf fast jeder Seite wird gemordet, gekämpft und irgendein bedauernswertes Tier zwecks obskurer Zauber geschlachtet oder zu Tode gefoltert. Dennoch gelingt es dem Autor eine gelungene Mischung aus Fantasy und Dystopie an den Leser zu bringen, die zwar mehr an Doomsday-Literatur erinnert, als an großartige Klassiker - doch wie bei so vielen russischen Autoren bietet auch hier der phantastische Roman die Flucht aus den Zwängen der strengen Moral und weist auf eine gewisse Doppeldeutigkeit hin.

 

Während auf der einen Seite Menschen aufgrund einer postapokalyptischen Seuche zu Mutanten und Bestien werden, wirkt die natürliche Evolution andernseits wahre Wunder und lässt Menschen die Zauberkundigen werden, die die Kräfte der Natur beeinflussen können.

 

Wer allerdings ein modernes Meisterwerk a la "Metro 2033" von Dmitry Glukhovski erwartet, dürfte enttäuscht werden. "Cryonic - Der Dämon erwacht" wird zwar von dem packenden Schreibstil des Autors geprägt und vermag eindrucksvolles Kopfkino hervorzurufen - bleibt aber dennoch ein blutrünstiges Machwerk für alle, die einfach nur lesen und nicht denken wollen : Unterhaltung und Kurzweile garantiert!

 

Fazit:

 

"Cryonic - Der Dämon erwacht"  ist ein unterhaltsamer Fantasy-Schocker, der ein bisschen wirkt, als wenn Stephen King, Richard Laymon und Dan Brown mit viel Ironie versucht hätten, gemeinsam einen Fantasy-Roman zu schreiben.  :) Ich liebe es! 

 

4/5 Federn

 

Band 2 der Cryonic - Reihe : "Cryonic- Die Bruderschaft des Kreuzes erschiem am 31.03. 2014 ebenfalls im Piper Verlag und ist sowohl als Print wie auch als Ebook erhältlich.

 

© Synic

Rezension: Der Gottbettler

 

 

 

 

Er überzieht die Welt mit Krieg, um ihr den Frieden zu bringen

 

Während die kräuterkundige Terca jeden Tag erneut einen Grund braucht, sich nicht umzubringen, sucht der Krieger Rudynar Pole das Vergessen im Alkohol. Doch der junge Magier Pirmen benötigt sie beide. Denn nur mit ihrer Hilfe kann er die schreckliche Horde des Gottbettlers aufhalten, die eine Stadt nach der anderen erobert und kurz davor ist, die ganze Welt zu beherrschen. Pirmen weiß, dass diese Aufgabe eigentlich unmöglich zu erfüllen ist. Aber nur wenn er Erfolg hat, kann er vielleicht auch seine eigenen Dämonen überwinden.

 

 

 

Es ist schwer, Michael Thurners Fantasyroman zu beschreiben. Es ist leichter zu erklären, was er nicht ist, als ihn himmelhochjauchzend zu loben:

 

Michael Thurner hat mit diesem Werk definitiv nicht den  klassischen High Fantasyroman mit Superhelden, HeldInnen und unschlagbare ProtagonistInnen verfasst - vielmehr hat der Autor hier ein Werk geschaffen, das trotz anfänglicher Verwirrung  unterhaltsam ist. Auch lässt sich "Der Gottbettler" nicht in einem Zuge durchlesen, sondern verlangt dem Leser einige Ruhepausen ab, in denen gründlich nachgedacht werden muss.

 

Besonders interessant ist die Entwicklung der Charaktere, die eindeutig weder gut, noch böse sind - sondern Wesenszüge aufzeigen, wo man sich fragt, wer hier wirklich zu den Guten, und wer zu den Bösen zählt.

 

Auch die Tatsache, das Michael Thurner eine relativ harte und teilweise obszöne Sprache gebraucht, ist für mich herrlich erfrischend anders. Endlich mal keine Elfensprache oder gezierte und geschwollene Reden, die an Dichter und Lyriker erinnern!

 

Trotz des an sich angenehmens Schreibstils und der komplexen Story bleibt ein einziger Kritikpunkt, den auch die Besonderheit des Plots und die erstaunliche Charakterzeichnung nicht wieder wettmachen kann:

 

Ab der Mitte des Buches wird das Geschehen zu vorhersehbar und fad, als wenn dem Autor plötzlich die Luft und Inspiration ausgegangen wäre, was ich sehr schade finde, denn "Der Gottbettler" hat das Potential, ein richtig guter und empfehlenswerter Fantasyroman zu sein, der sich eindeutig von den Mainstream-Veröffentlichungen hervorheben kann.

 

 

 

"Der Gottbettler" ist zwar keine "Pflicht"lektüre für Fantasy-Fans, aber für alle die genug von den Mainstream und Hype-Büchern haben, ist dieses Buch durchaus empfehlenswert.

 

3/5 Federn

 

  © Synic

 

 

 

 

 

 

Rezension: Das Falsche in mir

Das Falsche in mir - Christa Bernuth

Titel: Das Falsche in mir 
AutorIn: Christa Bernuth
Verlag: dtv
Format: Taschenbuch
Seiten: 352
Erschienen: 01.01. 2014
Genre: Krimi / Thriller





 

 

 

 

Lukas Salfeld, 50, führt ein ganz normales Leben. 

 

Niemand ahnt, dass er als Jugendlicher im Gefängnis saß, weil er seiner damaligen Freundin Marion die Kehle durchgeschnitten und ihr post mortem tiefe Messerstiche beigebracht hatte. 

 

Viele Jahre gelingt es ihm, seinen kranken Trieb zu bekämpfen. Eines Tages begegnet er einem Mädchen, das seiner toten Freundin auf fatale Weise ähnlich sieht. Seine gefährlichen Fantasien gewinnen immer mehr die Oberhand. Zeitgleich wird ein totes Mädchen aufgefunden, das auf dieselbe Weise wie damals Marion ermordet wurde. 

 

Die ermittelnden Kommissare entdecken schnell die Parallelen zum früheren Mordfall. Um einer Verhaftung zu entgehen, taucht Salfeld unter – mit dem kühnen Plan, als Gejagter selbst zum Jäger zu werden, um die Spur des Mörders aufzunehmen. 

 

 
Doch was, wenn er dabei sich selbst überführt? Denn an die Mordnacht hat Salfeld keinerlei Erinnerung...

 

 

 

 

Auch wenn "Das Falsche in mir" als großartiger Thriller angepriesen wurde und relativ gute Kritiken vorweisen kann - mich konnte die Autorin weder begeistern, noch überzeugen.

 

Christa Bernuth bedient sich einer simplen, flachen und glanzlosen Sprache und setzt diese in knappen, abgestumpften Sätzen um. Mag ja sein, das dies ganz der Geistesstärke und dem Gemütszustand des Hauptprotagonisten entspricht, der als Ich-Erzähler auftritt - für den Leser jedoch ist es eine Zumutung.

 

Auch der Spannungsbogen hängt gewaltig durch, bzw. ist kaum zu finden., das kann dann leider auch die gelungene Auswahl der Nebencharaktere, die authentisch wirken, nicht retten.

 

"Das Falsche in mir" weist trotz des brisanten Themas und der guten, dahintersteckenden Idee für einen großartigen Plot, viel zu viele Schwächen und Ungereimtheiten auf, die den Lesegenuss mehr als nur trüben.

 

Fast wirkt es, als hätte die Autorin zu viel gewollt und sich dann hoffnungsslos in den Handlungssträngen verstrickt, so dass ein sinnvolles Zusammenführen der einzelnen Handlungen unmöglich wurde.

 

Durch die daraus enstehende fehlende Logik und auftretende Verwirrung wird das Lesen an sich zum Kampf, bei dem es fraglich ist, ob das Buch oder der Frust gewinnt.

 

 

 

Nicht mehr als die Idee und das Erleben aus der  Sicht von Lukas Sadler sind positiv zu werten!

 

Das ist zwar bedauerlich, aber Mitleidspunkte gibt es bei Bücherwelten:Lesen verbindet trotz genialer Ideen nicht, deshalb:

 

 

 

2/ 5 Federn

© Synic

Rezension: Teufelsgrinsen

Teufelsgrinsen: Ein Fall für Anna Kronberg - Annelie Wendeberg

Titel: Teufelsgrinsen (The Devil's Grin)
AutorIn: Annelie Wendeberg
Verlag: Kiepenheuer & Witsch (KiWi)
Format: Ebook
Seiten: 240
Erschienen: 13.02. 2014
Genre: Krimi / Thriller

 

 




Niemand kennt Anna Kronbergs Geheimnis – bis Sherlock Holmes sie durchschaut …

London, Ende des 19. Jahrhunderts, eine Stadt, die regelmäßig von Seuchen heimgesucht wird; Zehntausende leben in bitterster Armut. Im Londoner Wasserwerk wird ein Cholera-Opfer entdeckt.

Dr. Anton Kronberg, Englands führender Epidemiologe, wird hinzugezogen und findet heraus, dass der Tote absichtlich mit tödlichen Bakterien infiziert wurde.
Während Scotland Yard den Fall nur halbherzig verfolgt, begegnet Kronberg dem beratenden Detektiv Sherlock Holmes. Er entdeckt im Handumdrehen Kronbergs Geheimnis und Identität. Im Gegenzug beginnt Anna – sehr zu dessen Verdruss – Holmes’ kompliziertes Innenleben zu analysieren.

Doch die beiden ungleichen und intellektuell ebenbürtigen Partner müssen sich zusammentun, um eine Verschwörung aufzudecken, die so monströs ist, dass sie die Taten von Jack the Ripper in den Schatten stellt...



Nicht nur das die deutsche Autorin Annelie Wendeberg einen eher unkonventiellen Weg zur Veröffentlichung wählte, indem sie ihr Buch auf englisch schrieb- es "sei so leichter..", meinte sie - und unter dem Titel "The Devil's Grin" als Ebook veröffentlichte...

Nein es gelingt ihr auch noch eine absolut überzeugende und geniale Adaption des wohl berühmtesten Detektives der Literatur-Geschichte!

Was für ein Debüt - "Teufelsgrinsen" hebt sich eindeutig von anderen Krimis ab und dürfte zu den interessantesten und vielbedeutendsten Neuerscheinungen des Jahres 2014 zählen!

Annelie Wendeberg's Erstlingswerk ist eine Mischung aus historischem Roman und Krimi, die nicht nur für Unterhaltung sorgt, sondern Zeile für Zeile, Wort für Wort überzeugen kann.

Auch wenn der Plot sehr auf wissenschaftlichen Aspekten basiert und sich alles um Seuchen, Inkubation und Gegenmittel dreht, so kommt dennoch der Anspruch und das Niveau nicht zu kurz.
Messerscharfe Dialoge, analytische Gedankenspiele, emotionale Zerissenheit sowie romantische und tragische Gefühle - und dazu ein brisanter Mordfall, der ein handfesten Skandal zum Hintergrund hat.

Doch nicht nur der Plot ist überzeugend, auch Annelie Wendeberg's Schreibstil ist derart mitreissend und veranschaulichend, das man sich sofort in das viktorianische London des ausgehenden 19. Jahrhunderts versetzt fühlt.

Hinzu kommt noch die starke Hauptprotagonistin, die ihr Leben ( für die damalige Zeit völlig untypisch) selbst bestimmt und ihre "Frau steht", ein Sherlock Holmes, der gewohnt kauzig und doch ganz anders ist sowie ein relativ offenes Ende, das neugierig auf die Fortsetzung macht...

 

 


Ich liebe dieses Buch!  - nicht nur wegen Sherlock Holmes und Anna Kronberg - sondern wegen des sprachlichen und schriftstellerischen Niveaus, das hier auf den Leser auf grad mal 240 Seiten wartet.

Mein Lesehighlight im Februar!

5/5 Federn

   © Synic

 

 

Rezension: Gelöscht

Gelöscht  - Teri Terry

Titel:Gelöscht (Slated)
AutorIn: Teri Terry
Verlag:Coppenrath
Format: Hardcover (gebunden)
Seiten: 431
Erschienen: 13.06.2013
Genre: Jugendbuch (Dystopie)





Kylas Gedächtnis wurde gelöscht, ihre Persönlichkeit ausradiert, ihre Erinnerungen sind für immer verloren - zumindest sollte es so sein, denn Kyla wurde geslated. Und das schon zum zweiten Mal - ein drittes Mal würde sie nicht überleben. Aber die Stimmen der Vergangenheit schweigen nicht, sie lassen die 16jährige Kyla nicht los...

HAt sie die Verbrechen, deren sie beschuldigt wird, wirklich begangen? Und warum befindet sich ein Foto von ihr auf einer illegalen Website für vermisste Kinder?

Immer wieder quälen Kyla Flashbacks aus ihrem früheren Leben, und sie beginnt zu ahnen, das ihre wahre Identität ein Geheimnis birgt, das sie zusammen mit Ben, ebenfalls ein Slater, zu lösen versucht.

Doch wem kann sie überhaupt noch vertrauen?


Von der ersten Seite an reisst "Gelöscht" den Leser mit, in eine Welt, in denen Jugendlich nicht mehr mit Arrest, sondern mit "Slaten" bestraft werden. Dabei wird das Gedächtnis gelöscht, um den jugendlichen Straftätern einen Neuanfang zu gewährleisten - doch warum verschwinden dann immer mehr Jugendliche, die lediglich ihre Meinung geäußert haben?

Was steckt wirklich dahinter?

Der Leser erlebt das Geschehen aus der Sicht der 16jährigen Kyla, die verzweifelt um ihr wahres Ich kämpft und dabei nicht nur Verwirrung, Zweifel und Misstrauen erlebt, sondern inmitten des Chaos auch die Liebe findet..

"Gelöscht"  ist eine Dystopie mit einem eindrucksvollen und beklemmenden Szenario, das nach dem ersten Band viel mehr Fragen aufwirft, als das es welche beantwortet. Dabei überzeugt die Autorin mit einem angenehmen Schreibstil, der zusätzlich durch die knappen Sätze und die kurzen Kapitel für ein Leseerlebnis der besonderen Art sorgt.

Nicht nur der Schreibstil überzeugt, sondern auch der Plot: tiefsinnig, beklemmend, verwirrend und erschreckenderweise nur allzu gut vorstellbar, das es in naher Zukunft keine Fiktion mehr sein könnte, sondern allzu bittere Realität...

Denn das ist das Grandiose an "Gelöscht" : es driftet trotz des dystopischen Hintergrunds nicht ins Unglaubwürdige oder Übersteigerte ab, sondern besticht durch eine Eindringlichkeit, die es als Dystopie aus allen anderen herausstechen lässt.


 Ein äußerst gelungener, fesselnder Auftakt der "Slated" - Trilogie, der nicht nur für angenehme Lesemomente sorgt, sondern nachdenklich stimmt, und Fragen an die Zukunft aufwirft. Empfehlenswert!

5/5 Federn

 © Synic

Der zweite Teil "Zersplittert" (Fractured) ist am 15.01. 2014 erschienen, der dritte Teil ist unter dem Titel "Shattered" bisher nur auf englisch erhältlich.

 

Hier findet ihr mich auch!

Rezension: Alice im Zombieland

Alice im Zombieland - Gena Showalter

 

Titel: Alice im Zombieland (The White Rabbit Chronicles: Alice in Zombieland)
AutorIn: Gena Showalter
Verlag: Darkiss
Seiten: 381
Format: Ebook
Erschienen: 10.12. 2013
Genre: Jugendbuch (Fantasy)

 

**Achtung: leichte Spoilergefahr! **
 
 
An ihrem 16. Geburtstag sieht Alice "Ali" Bell eine Wolke, die die Form eines weißen Kaninchens hat. 
 
Kurz darauf passiert, was Alice nie für möglich gehalten hätte: Ihre Eltern, ihre Schwester und sie werden von Zombies angegriffen. Nur Ali überlebt. Sie zieht zu ihren Großeltern nach Birmingham und fängt an einer neuen Schule an. 
 
Um ihre Familie zu rächen, will Ali lernen, Untote zu besiegen. Um zu überleben, muss sie dem undurchsichtigsten Typ an der Asher High vertrauen: 
 
Cole Holland weiß, wie man Zombies jagt. Aber er hat selbst Geheimnisse; und es scheint, dass die größten Gefahren dort lauern, wo Ali sie am wenigsten vermutet... 
 
 
"Alice im Zombieland" besticht zuallerst durch das wundervolle Cover, das zwar relativ schlicht, aber bezaubernd ist:
 
Schwarzer Hintergrund, ein Rahmen, der mit seinen Schörkeln und Mustern an eine altertümliche Spielkarte erinnert und inmitten dieses Rahmens ein junges Mädchen im zarthimmelblauem Kleid und goldblondem Haar, das seitwärts nach oben schaut: 
 
Fantastisch und einnehmend, verlockend und begeisternd!
 
Auch der Inhalt des Buches kann überzeugen, schafft es Gena Showalter doch, mit ihrem ersten Band der "White Rabbit Chronicles" den Leser in eine düstere, seltsam anmutende Welt in der nichts so ist, wie es scheint, zu entführen.
 
Auch wenn schon viele andere RezensistInnen meinten, es wären nur sehr wenige Paralellen zu dem Original "Alice im Wunderland" von Lewis Caroll erkennbar, kann ich dies nicht bestätigen:
 
Das Kaninchen, dem Alice folgt (die Wolke, die Unheil ankündigt) der verrückte Hutmacher (Cole oder doch der Vater?), die sprechende Katze, die Hinweise gibt (Emma), das Wunderland neben der eigentlichen, oberflächlichen Welt (die Zombies), die Gegenspieler ( ehemaliger Freund und Kampfgefährte von Cole, Justin) - alles vorhanden, wenn auch abstrakt herausgearbeitet und nicht immer gleich als Paralelle erkennbar.
 
Die ProtagonistInnen, allen voran Alice und Cole, sind trotz ihrer Schwächen und Fehler symphatisch und überzeugend. Alice, die sich die Schuld an dem Unglück, das ihrer Familie widerfahren ist, gibt; oder Cole, der sein eigentliches Wesen hinter einer Maske aus Unnahbarkeit und Kälte verbirgt - beide sind so lebendig dargestellt, das sie irgendwo da draussen tatsächlich existieren könnten.
 
Der Schreibstil von Gena Showalter ist schön frech, lebendig und mehr als nur unterhaltsam. Am Anfang hatte ich Skepsis, denn von der sogenannten Jugendsprache in diesem Genre war ich schon des öfteren enttäuscht wurden (siehe  "House of Night" von P.c/Kristin Cast und "Feuerherz" von Jennifer Wolf), doch bei "Alice im Zombieland" wird weder die Sprache noch das Verhalten der Teenager übertrieben dargestellt, noch driftet es ins Lächerliche ab - es ist schlicht und einfach authentisch.
 
 
Ein überzeugender Auftakt einer Serie und ein tolles Jugendbuch, dass eben nicht  nur die Namensähnlichkeit des Buches und Alice als Hauptperson sowie die Kapitelüberschriften mit dem Klassiker von Lewis Caroll gemeinsan hat - man muss nur aufmerksam lesen und die Metaphern verstehen.
 
Auf die Fortsetzung  "Rückehr ins Zombieland" (Through the Zombieglass) die im Juli 2014 erscheinen wird, darf man also gespannt sein und hoffen, das Gena Showalter weiterhin mit Ali und Cole überzeugen kann:
 
"Alice im Zombieland", ganz klar eines der Monatshighlights für mich im Februar 2014!
 
5/5 Federn
© Synic

"An angel and a devil fell in love. It did not end well."

Daughter of Smoke and Bone: Zwischen den Welten  - Laini Taylor, Christine Strüh, Anna Julia Strüh

 

 

Achtung: Rezension bezieht sich auf die englische Ausgabe!

Inhalt:


Was würdest du dir wünschen, wenn du nur eine Perle deiner Kette opfern musst, damit dein Wunsch in Erfüllung geht?

Wo würdest du hinreisen, wenn du bloß durch eine Tür gehen musst, um nahezu alle Orte der Welt zu erreichen?

Wie würdest du dich fühlen, wenn du den falschen Mann liebst, er aber die Antwort auf alle deine Fragen ist? Karou dachte, sie wüsste, wer sie ist. Doch dann kommt es zu einer Begegnung, die alles verändert …
Eine Liebe, die älter ist als die Zeit. Und ein Kampf, bei dem ALLES auf dem Spiel steht.

Meinung:

"An angel and a devil fell in love. It did not end well..."

"Daughter of Smoke and Bones"  ist schlichtweg einfach unbeschreiblich.
Unbeschreiblich schön. Poetisch. Fantasievoll. Magisch.

Endlich wieder ein Buch, das sich von der breiten Masse abhebt und durch seine Einzigartigkeit, sowohl von der Geschichte, als auch vom Schreibstil her, besticht!

Endlich eine Autorin, die mit ihrer Phantasie Worten Flügeln verleiht, so dass sie direkt ins Herz getragen werden!

Normalerweise bin ich absolut nicht der Typ von Rezensentin, die in der Ich-Form schreibt, aber bei diesem Buch von Laini Taylor komme ich nicht umhin:

Ich liebe, liebe, liebe es! Von der ersten bis zur letzten Seite habe ich dieses Buch verschlungen, habe gezittert, gebangt, gehofft, geweint, gestaunt - und am Ende war ich verzaubert, gefangen in der wundervollen Welt von Karou...

Nicht nur, das der Schreibstil angenehm ist - nein, dieses Buch beeindruckt dadurch, das Laini Taylor trotz der fantastischen Geschichte um Karou und Akiva sich eben nicht nur auf diese an sich verlässt, sondern auf  das Einsetzen von Emotionen wie Wut, Trauer, Hilflosigkeit, Verlorenheit, Angst, Schwermut und innerliche Zerissenheit setzt und das alles mit undurchschaubaren Vorgängen, tragischen Begebenheiten und einen beeindruckenden Tiefsinn vermischt:

Das Ergebnis ist eine Geschichte, die es so noch nicht gab - und die unvergesslich bleibt...

"Daughter of Smoke and Bone" ist im englischen Original eindringlicher, tiefgehender und umwerfender, als die deutsche Übersetzung, die sich zwar auch flüssig liest, aber nicht ganz so zauberhaft ist..

Fazit:

Was für ein Buch , was für eine Geschichte! Wenn ein Buch die Bezeichnung Pageturner verdient hat, dann ist es dieses! Lest es- und zwar sofort!

 ©  Bücherwelten / Crazy about Books